Verkehrsbehörde hebt das Verbot von Tausalz

 … auf Nebenflächen in Hamburg ab sofort bis zum 21. Januar auf
Die Verkehrsbehörde hat heute eine Allgemeinverfügung erlassen, in der das in Hamburg geltende Nutzungsverbot von Tausalz ab sofort bis 21. Januar aufgehoben wird. Hamburgerinnen und Hamburger können in dieser Zeit klassisches Tausalz auf die Wege streuen, um vereiste Gefahrenquellen zu beseitigen. Der Senat reagiert damit auf die anhaltende und außergewöhnliche winterliche Witterung.

 

In Hamburg hat es so viel geschneit wie in den vergangenen 15 Jahren nicht. Der aktuell vorhandene und für die kommenden Tage erneut vorhergesagte Schneefall in Verbindung mit kurzen Tauperioden am Tage und anschließendem Überfrieren führt zu einer besonderen Glättegefahr, der mit rein mechanischen Winterdienstmitteln nicht hinreichend begegnet werden kann.

Anjes Tjarks, Verkehrssenator: „Die Stadtreinigung ist bei diesen Witterungsbedingungen rund um die Uhr im Einsatz und viele Hamburgerinnen und Hamburger kommen ihrer Reinigungspflicht nach. In Hamburg ist in den vergangenen Tagen so viel Schnee wie schon lange nicht mehr gefallen und wir wollen, dass alle sicher durch die Stadt kommen – auch ältere und mobilitätseingeschränkte Menschen. Das gelingt trotz aller Anstrengungen nicht flächendeckend. Um die Gefahren vereister Wege möglichst gering zu halten, haben wir nun in einer Allgemeinverfügung das in Hamburg geltende Nutzungsverbot von Tausalz für zwei Wochen aufgehoben. Die Stadtreinigung und viele Anlieger haben in den vergangenen Tagen einen guten Job gemacht, dennoch herrschen an manchen Stellen Vereisungen, die zu gefährlichen Situationen führen können. Wir müssen alle dafür Sorge tragen, dass die Wege so sicher wie möglich sind. Ich bitte trotzdem alle Hamburgerinnen und Hamburger Rücksicht auf die Umwelt zu nehmen und maßvoll Gebrauch vom Tausalz zu machen.“

Mehr: https://www.hamburg.de/go/1132012 (pdf-Dokument).

Pressemitteilung Behörde für Verkehr und Mobilitätswende


Salz ist Gift für Bäume und Natur

Es schneit wieder in Hamburg. Hausbesitzer*innen und Mieter*innen sind für das Räumen und Streuen der Gehwege vor dem Grundstück zuständig. Zum Schutz der Straßenbäume und der Natur weist der BUND Hamburg eindringlich darauf hin, auf Streusalz zu verzichten.

„Streusalz ist Gift für unsere Straßenbäume. Denn das Natriumchlorid (Salz) dringt, wenn der Schnee schmilzt, in den Boden ein und reichert sich dort an. Eine starke Salzbelastung stört den Wasser- und Nährstoffhaushalt der Bäume, die im schlimmsten Falle sogar zu deren Tod führen kann“, sagt Bennie Bärthel vom BUND-Baumschutzprojekt.

Besonders empfindlich sind mit ihren Haarwurzeln die an Hamburgs Straßen häufigen Linden wie auch Ahorne und Kastanien. Das im Boden angereicherte Salz wird im folgenden Frühjahr von den Bäumen aufgenommen und zerstört die Blätter. Darüber hinaus wird das Salz über die Regensiele in umliegende Gewässer gespült. Dort tötet oder schwächt es die auf Süßwasser angewiesenen Fische und Kleintiere. So sind manche kleinere Stadtbäche aufgrund der winterlichen Salzbelastung besonders artenarm.

Laut Bärthel haben es die Straßenbäume sowieso schon schwer. Sie leiden an der starken Versiegelung in der Stadt und an den immer heißeren, trockeneren Sommern. Das Streusalz setze ihnen nun zusätzlich zu. Dabei sind Straßenbäume für das Stadtklima extrem wichtig. Sie dämpfen Lärm, sie kühlen im Sommer und filtern die Luft. Auch für die städtische Tierwelt und Biodiversität sind Stadtbäume essentiell.

Bärthel: „Wir brauchen unsere Stadtbäume mehr denn je und müssen sie unbedingt schützen. Statt Streusalz raten wir zu Alternativen. Schneeschippen, das Entfernen von dünnen Eisschichten mit Kratzer und Besen und das Ausstreuen von Sand, Sägespänen, Holzwolle oder Rollsplit wirken ebenfalls effektiv der Rutschgefahr entgegen.“

Quelle: https://www.bund-hamburg.de/service/presse/detail/news/salz-ist-gift-fuer-baeume-und-natur/ (5. Januar 2024!)

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