Auch in diesem Jahr ruft der Botanische Sonder
garten Wandsbek zur Wahl der„Giftpflanze des Jahres“ auf und stellt die Kandidaten für 2027 vor. Viele Pflanzen mit giftiger Wirkung auf Menschen und Tiere werden in Gärten und Wohnungen als Zierpflanzen kultiviert – oft ohne Kenntnis ihrer besonderen Eigenschaften. Ziel der Aktion ist es, das Bewusstsein für diese Pflanzen zu schärfen und zu einer aktiven Auseinandersetzung mit ihren Risiken und ihrer Geschichte anzuregen.
Im Unterschied zu anderen „Natur des Jahres“-Wahlen stehen bei der „Giftpflanze des Jahres“ nicht gefährdete Arten im Fokus, sondern Pflanzen, die trotz ihrer Giftigkeit weit verbreitet sind.
Die Kandidaten für 2027 im Überblick:
-Bittersüßer Nachtschatten (Solanum dulcamara) Kategorie: Ein- und zweijährige Pflanzen
Stark giftig, alle Pflanzenteile, besonders unreife Beeren und Blätter.
Ursprünglich aus Europa, Asien und Nordafrika, heute auch in Nordamerika verbreitet. Früher in der Volksmedizin genutzt, heute kaum noch verwendet.
-Rosskastanie (Aesculus hippocastanum) Kategorie: Gehölze
Sehr stark giftig, insbesondere Samen und Blätter.
Ursprünglich auf der Balkanhalbinsel beheimatet, heute in ganz Europa verbreitet. Bekannt als Zierbaum und Bastelmaterial, früher auch als Heil- und Futterpflanze genutzt.
-Aprikose (Prunus armeniaca, Kern) Kategorie: Giftige Nahrungspflanzen
Sehr stark giftig, die Kerne enthalten Amygdalin, das im Körper zu Blausäure umgewandelt wird. Ursprünglich aus Zentralasien und Nordostchina, heute weltweit kultiviert. Die Frucht ist beliebt, die Kerne jedoch umstritten.
-Schneeglöckchen (Leucojum vernum) Kategorie: Stauden
Giftig, alle Pflanzenteile.
Ursprünglich aus Europa, als Zierpflanze im Garten geschätzt.
-Alpenveilchen (Cyclamen persicum und andere Arten) Kategorie: Zimmer- und Kübelpflanzen
Giftig, besonders die Knollen.
Ursprünglich aus dem Mittelmeerraum, heute als beliebte Zimmerpflanze weit verbreitet. In der Volksmedizin früher genutzt, heute wegen der Giftigkeit nicht mehr empfohlen.
Ein besonderes Augenmerk gilt in diesem Jahr auch Nahrungspflanzen, in denen Giftstoffe enthalten sind.
Jetzt abstimmen! Die ausführlichen Pflanzenporträts sind zu finden auf der Homepage des Botanischen Sondergartens unter www.hamburg.de/go/sondergarten-giftpflanze. Dort kann auch direkt an der Online-Abstimmung teilgenommen werden. Alternativ stellen sich die fünf Kandidaten im Gewächshaus des Sondergartens (Walddörferstraße 273, 22047 Hamburg-Wandsbek) zur Wahl. Die Abstimmung läuft bis zum 15. Dezember 2026. Entschieden werden soll nicht nach Schönheit oder Artenschutz, sondern nach persönlichem Interesse über die Pflanze.
Darüber hinaus können Vorschläge für die Wahl der Giftpflanze des Jahres 2028 eingereicht werden. Das Ergebnis der diesjährigen Abstimmung wird am 16. Dezember 2026 bekanntgegeben.
Pressemitteilung Bezirksamt Wandsbek