Warum weder Plastik noch „Bioplastik“ in die Biotonne darf

Plastiktüten bestehen meist – salopp gesagt – aus Erdöl und benötigen etwa 20 Jahre, um sich zu zersetzen. Zersetzt heißt aber nicht biologisch abgebaut. Übrig bleibt die Plastiktüte in Form von Mikroplastik, welches dann in die Nahrungskette, ins Grundwasser und in die Weltmeere gelangt und dort dem Ökosystem Schaden zuführt. Auch „kompostierbare Plastiktüten“ dürfen nicht in die Biotonne.

Deutschlands Biotonnen im Check.
Ab dem 15. September wird wieder bundesweit kontrolliert

Seit Mai 2025 gelten bundesweit verschärfte gesetzliche Anforderungen an die Reinheit von Bioabfällen. Die Bioabfallverordnung setzt strengere Grenzwerte für Fremdstoffe wie Plastik, Glas oder Metall fest – eine Entwicklung, die sowohl kommunale Entsorger als auch Privathaushalte direkt betrifft. Vor diesem Hintergrund startet #wirfuerbio e.V. mit mehr als 80 kommunalen Abfallwirtschaftsbetrieben ab dem 15. September 2025 eine gemeinsame Kontrollaktion. Falsch befüllte Biotonnen werden von den Müllwerkerinnen und Müllwerkern stehen gelassen.
Ziel dieser zweiten bundesweiten Kontrollaktion der Mitglieder vom #wirfuerbio e.V. ist es, Bürgerinnen und Bürger für die saubere Trennung von Bioabfällen zu sensibilisieren und die Einhaltung der neuen Vorschriften zu unterstützen. Das Motto: „Dein Biomüll ist wichtig für’s Klima.“ Die Einhaltung der neuen Fremdstoffgrenzwerte ist nicht nur gesetzlich gefordert, sondern auch essenziell für die Herstellung von hochwertigem Kompost.
„Die neuen Regelungen bringen die Bedeutung einer sauberen Biotonne auf den Punkt. Nur wenn wir Störstoffe vermeiden, können wir Bioabfälle effizient verwerten und hochwertige Komposterde für die Landwirtschaft gewinnen“, erklärt Jens Ohde, Vorstandsvorsitzender von wirfuerbio e.V. Wie bereits 2023 werden im diesjährigen Aktionszeitraum Biotonnen kontrolliert und bei gravierender Fehlbefüllung stehen gelassen. Abfallberaterinnen und -berater sowie Müllwerkerinnen und Müllwerker klären vor Ort auf. Tonnenanhänger und Aufkleber geben Rückmeldung zur Befüllung. Wer seine Tonne falsch befüllt, muss mit einer kostenpflichtigen Entsorgung als Restmüll rechnen.
Die Bioabfallverwertung ist ein zentrales Element der kommunalen Kreislaufwirtschaft: Aus Küchen- und Gartenabfällen wird durch Vergärung erst Biogas, dann Strom. Die übrigbleibenden Gärreste werden zu nährstoffreichem Kompost verarbeitet – ganz ohne chemische Zusätze. Doch: „Plastik und sogenannte kompostierbare Plastiktüten gehören nicht in die Biotonne. Sie gefährden die Kompostqualität und damit unsere Umwelt“, warnt Manfred Rehberg, zweiter Vorstandsvorsitzender von wirfuerbio e.V. Papiertüten sind hier die richtige Alternative. #wirfuerbio – Biomüll kann mehr: Unter diesem Leitsatz bündeln kommunale Betriebe seit Jahren ihre Aufklärung für saubere Biotonnen. Mit der zweiten bundesweiten Kontrollaktion wollen sie gemeinsam für die Sicherung der Qualität des wertvollen Bioabfalls sorgen – im Einklang mit der neuen Gesetzeslage.

Das Problem Plastik und „kompostierbare“ Plastiktüten
Plastik und kompostierbare Plastiktüten gehören nicht in die Biotonne. In Mikroplastik zerfallen, können Plastiktüten nicht mehr ausreichend aus dem fertigen Rohkompost gesiebt werden und landen so auf den Beeten und Äckern, werden ins Grundwasser gespült, gelangen ins Meer und damit unweigerlich in unsere Nahrungskette. Was viele nicht wissen: Innerhalb des Produktionsprozesses von Vergärungs- und Kompostierungsanlagen werden auch kompostierbare Beutel nicht sicher vollständig biologisch abgebaut. „Die Zersetzungszeit dieser Tüten liegt deutlich über den Produktionszeiten moderner Kompostierungsanlagen. Somit sind diese Beutel – ebenso wie herkömmliche Plastikbeutel – Fremdstoffe, die entfernt werden müssen.
Wir wollen störstofffreien Bioabfall und funktionierende Anlagen für mehr Bioenergie und saubere Komposterde“, so Manfred Rehberg, zweiter Vorstandsvorsitzender von wirfuerbio e.V. Bioabfallsammlung im Haushalt:

So geht’s richtig.
Bioabfälle sollten im besten Fall lose in einem dafür vorgesehenen Behälter gesammelt und direkt – ohne Plastiktüte bzw. kompostierbare Plastiktüte – in die Biotonne entleert werden. „Wer seinen Bioabfall dennoch in einer Plastiktüte sammeln möchte, kann den Inhalt in der Biotonne entleeren und die Plastiktüte im Anschluss in den Restmüll geben. In den meisten Fällen steht die Restmülltonne direkt neben der Biotonne“, appelliert Jens Ohde, Vorstandsvorsitzender vom #wirfuerbio e.V. Deutlich einfacher sei es, Zeitungspapier oder Papiertüten zu verwenden.

Quelle: https://www.wirfuerbio.de/

Die Papiertüten gibt es auch bei der Stadtreinigung: https://www.stadtreinigung.hamburg/coupons-biotueten/

 

WUZ-Info: Ob sich die Hamburger Stadtreinigung am Projekt der Tonnenkontrolle beteiligt lässt sich nicht recherchieren.

Stutzig macht, wie in Dänemark mit dem Biomüll umgegangen wird. In einigen Kommunen gibt es seit einiger Zeit geteilte Abfalltonnen. Hier MUSS der Bioabfall in einer gut verschlossenen Plastiktüte in den Biomüllbehälter gegeben werden. Offenbar werden die Tüten in der Recyclinganlage aufgeschnitten, aussortiert und entfernt.

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