Wenn Flüsse austrocknen

Warum unsere Landschaft Wasser nicht mehr hält
Dr.-Ing. Rocco Buchta, Leiter des NABU-Instituts für Fluss- und Auenökologie, erklärt, warum Niedrigwasser mehr als ein Wetterphänomen ist und welche Rolle natürliche Wasserspeicher spielen
Die aktuellen Niedrigwasserstände vieler Flüsse in Deutschland zeigen: Die Klimaerwärmung hat große Auswirkungen auf die Gewässer. Auch der Verlust natürlicher Wasserspeicher in unserer Landschaft trägt dazu bei, dass Flüsse in Trockenperioden schneller unter Druck geraten.

Experte für die Ursachen trockener Flussläufe und die Renaturierung von Gewässern ist Dr.-Ing. Rocco Buchta, Leiter des NABU-Instituts für Fluss- und Auenökologie in Rathenow. Er begleitet die Renaturierung der Unteren Havel und kann anschaulich erklären, warum Wälder, Moore, humusreiche Böden und naturnahe Auen entscheidend dafür sind, Wasser in der Landschaft zu halten.

Seine Botschaft: Unsere Flüsse brauchen wieder deutlich mehr natürliche Wasserspeicher in der Landschaft, denn Maßnahmen des Managements und künstliche Speicher, wie Talsperren, kommen sehr schnell an ihre Grenzen. Renaturierte Auen und intakte Ökosysteme helfen dabei sehr effizient und kostengünstig, Wasser zurückzuhalten, Trockenperioden abzumildern und Flüsse widerstandsfähiger gegen die Folgen der Klimakrise zu machen.

Dazu sagt Dr.-Ing. Rocco Buchta: „Unsere Flüsse trocknen nicht nur aus, weil es zu wenig regnet. Wir haben über Jahrzehnte die natürlichen Wasserspeicher unserer Landschaft zerstört: Moore wurden entwässert, Wälder verloren ihre Speicherfähigkeit und viele Auen wurden von den Flüssen abgeschnitten. Früher wirkten diese Ökosysteme wie ein riesiger Schwamm, der Wasser zurückhält und langsam wieder abgibt. Heute rauscht Wasser nach Starkregen schneller ab und fehlt unseren Flüssen in langen Trockenphasen. Wenn wir unsere Gewässer widerstandsfähiger machen wollen, müssen wir deshalb nicht nur über Wasserverbrauch sprechen, sondern unsere Landschaft wieder in die Lage versetzen, Wasser zu speichern. Das schützt nicht nur gegen Dürre, sondern auch gegen Hochwassergefahren, denn Dürre und Extremhochwasser sind zwei Seiten der gleichen Medaille“

Mehr: https://www.nabu.de/natur-und-landschaft/fluesse/index.html

Mitteilung NABU

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