Hitze: Vögel und Insekten benötigen jetzt Wasserstellen

Der NABU bittet Garten- und Balkonbesitzer Vogeltränken aufzustellen / Flacher Teller mit Wasser reicht völlig
Bei den aktuellen Temperaturen leiden Vögel und Insekten häufig unter Wassermangel. Die natürlichen Wasserstellen werden immer weniger. Pfützen gibt es gar nicht mehr und auch die Gräben führen bei anhaltenden Hitzeperioden wenig oder gar kein Wasser. Daher ist es sehr wichtig, den Tieren alternative, saubere Wasserquellen zum Trinken, Baden und Putzen anzubieten – ganz gleich, ob im Garten, auf der Terrasse oder dem Balkon. Eine einfache Möglichkeit, Vögel und Insekten dabei zu unterstützen, ist die Aufstellung einer Vogeltränke.

 

Vogeltränken kann man im Gartenhandel kaufen. Eine flache Schüssel, ein Blumentopf-Untersetzer oder ein Suppenteller tun es aber auch. Ein Stein im Wasser bietet einen guten Sitzplatz und erleichtert den Tieren das Trinken.

Vogeltränken, die im Garten eingerichtet werden, erfordern Vorsicht bei Katzen. Die Tränke sollte deshalb erhöht und mit mindestens zwei Meter Abstand zu Büschen oder Verstecken platziert werden. So haben Vögel freie Sicht auf lauernde Jäger und können rechtzeitig fliehen

Außerdem sollten Naturfreund*innen unbedingt auf sauberes Wasser achten, damit sich keine Krankheitserreger und Parasiten vermehren, die die Vögel gefährden. Dazu muss das Wasser täglich gewechselt und die Vogeltränke (am besten mit heißem Wasser) ausgespült werden. Als Alternative können auch zwei Wasserschalen abwechselnd genutzt werden.

Pressemitteilung NABU Hamburg


Wie Wildtiere durch die Hitzewelle kommen
Jetzt Vogeltränken aufstellen

Tropische Hitze in weiten Teilen Deutschlands und es wird noch heißer. Das macht nicht nur Menschen, sondern auch Wildtieren zu schaffen. Um die Hitze trotz Federkleid oder Fell zu überstehen, haben einige Arten spezielle Verhaltensweisen entwickelt.

„Füchse senken ihre Körpertemperatur wie Hunde durch Hecheln“, sagt Silvia Teich, Pressesprecherin des NABU. „Anders als Menschen können sie nicht schwitzen, da sie keine Schweißdrüsen besitzen. Das ist auch bei vielen anderen Arten so.“

Vögel hecheln auf eine besondere Art: „Amseln und Rabenkrähen sitzen häufig mit weit geöffnetem Schnabel da und atmen schnell ein und aus. Beim sogenannten Kehlsackhecheln werden Rachen und Lunge einbezogen und vergrößern die Oberfläche, über die Wärme abgegeben wird“, so Teich. Manche Vögel haben noch weitere Tricks. Der Storch beschmiert seine Beine mit flüssigem Kot, um sie vor Sonne und Hitze zu schützen. An heißen Tagen sehen Storchenbeine daher oft nicht rot, sondern weiß aus. Teich: „Das im Kot enthaltene Wasser verdunstet und kühlt so.“

Feldhasen und Kaninchen nutzen ihre Ohren als Klimaanlage. Die gut durchbluteten Löffel geben Körperwärme an die Umgebung ab. Wespen haben sich auf die Raumklimatisierung mittels Verdunstungskälte spezialisiert. In ihrem Nest aus Papiermasse halten sie auch im Hochsommer eine Temperatur von 30 Grad Celsius. Dazu transportieren sie Wasser zum Nest. Sie befeuchten die Waben und vibrieren dabei mit den Flügeln. Durch das Fächeln strömt die feuchte Luft hinaus und trockene strömt ein. Die trockene Luft kann die Wasserteilchen leichter aufnehmen. Dies beschleunigt die Verdunstung und steigert den Kühleffekt.

Viele Tiere machen es bei großer Hitze wie die Menschen: Sie meiden Bewegung, ziehen sich in den Schatten zurück oder gehen baden. Vögel nutzen gerne im Garten oder auf dem Balkon aufgestellte flache Wasserschalen, um zu trinken und ein erfrischendes Bad zu nehmen. „Wichtig ist, dass diese Schalen täglich mit heißem Wasser gereinigt werden, damit sich keine Krankheitserreger verbreiten“, betont Teich. In den vergangenen Jahren seien solche Krankheitsausbrüche an Wasserstellen an den NABU gemeldet worden. Beim ersten Anzeichen von kranken oder gar toten Vögeln in der Nähe der Wasserschalen sollte man die Schale daher sofort entfernen.

Nicht nur Vögel baden bei Hitze, auch Wildschweine suhlen sich gerne in wassergefüllten Gräben oder Schlammkuhlen. Der Schlamm kühlt und schützt vor Insektenstichen. Rehe suchen tagsüber schattige Rückzugsorte auf. Sie decken ihren Wasserbedarf vor allem durch den frühen Morgentau und saftige Grünpflanzen.

Tipps zum Bau einer Vogeltränke: www.NABU.de/vogeltraenke

Pressemitteilung NABU

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